Am vergangenen Mittwoch machten sich unsere beiden Panoramic-Stevens- Fahrer Martin und Tommy mitsamt Betreuerin Heidi auf, um in Schladming am 4- tägigen Etappenrennen „Alpentour Trophy“ teilzunehmen.

Tommy und Martin trotzen den Bedingungen bei der Alpentour-Trophy

Tommy und Martin trotzen den Bedingungen bei der Alpentour-Trophy

„Wir wollten einfach mal ein Etappenrennen bestreiten und uns gemeinsam unterstützen“: sagt Tommy.

Dass es unterm Strich so grenzwertige Bedingungen zu überstehen galt, damit hatte zum Zeitpunkt der Anmeldung im Januar keiner der beiden gerechnet.

Die Alpentour Trophy ist das 4. größte Etappenrennen der Welt und da jede Etappe an der Schladminger Planai Station startet und endet, hält sich der organisatorische Aufwand in Grenzen. Das heißt, man kann alle Tage in der gleichen Ferienwohnung verbringen und hat mehr Zeit zum Erholen zwischen den Etappen.

 1.      Etappe Hochwurzen (69 Km/ 2900 Hm)

 Am Tag der ersten Etappe fand Tommy  sehr gut ins Rennen und reihte sich von Beginn an unter die ersten 50 Fahrer. Es ging gleich terrassenförmig ansteigend, mit kleineren technisch anspruchsvolleren Zwischenabfahrten, nach oben. Das war genau das richtige für Tommy. 

Leider kam es zu vielen Staubildungen, die Tommy und Martin zwangen vom Rad abzusteigen und einige Meter schiebend zurückzulegen. Somit waren die ersten Fahrer uneinholbar enteilt. 

Doch Tommy war dennoch motiviert und fuhr knapp hinter seinem  ehemaligen Vereinskollegen und Top-Kletterer Tom Ettlich vom r2-bike.com MTB Racing Team den ersten harten Anstieg zur Reiteralm hinauf. 

In der darauffolgenden Abfahrt hatte Tommy ca. 200m Rückstand auf die vor ihm liegende Gruppe und nahm eine nicht ausgeschilderte Abzweigung falsch.

Das Resultat war ein Verfahren mit ca. 20 Minuten Zeitverlust.

Beim Umkehren sammelte Tommy auch gleich Martin mit ein, welcher am Start im Feld eingeklemmt war und nicht wie geplant in das Rennen einsteigen konnte.

Beide machten sich, in einer ca. 60 Mann umfassenden Gruppe, wieder auf die Verfolgung.

Ab diesem Zeitpunkt hieß es nur noch Schadensbegrenzung zu betreiben und gesund und ohne Sturz ins Ziel zu kommen.

Einziges Hindernis: der zweite lange Anstieg zur Hochwurzenalm. 

Dort hinauf konnte Tommy das Hinterrad von Martin nicht mehr halten und ließ ihn ziehen. 

Die nächste Abfahrt von ca. 1000 Hm machte den beiden,vom Regen komplett durchnässten Fahrern, ganz schön zu schaffen.

Bereits im Aufstieg konnten sie Hände und Füße kaum noch spüren und in der Abfahrt kam der Schneeregen erschwerend hinzu. 

Mit Brille fahren war nicht mehr möglich. Also mussten sich die beiden mit halb zugekniffenen Augen durch den Schneeregen nach unten kämpfen. 

Auf den letzten 10 welligen Kilometer wurden beide nochmal etwas warm und hielten bis ins Ziel ihre Positionen.

Martin beendete diese Etappe auf Position 55 und Tommy auf Position 60.

 1.      Etappe Bergzeitfahren zur Planai (15 Km/ 1100 Hm)

 Der ursprünglich für 9 Uhr angesetzte erste Start musste auf 11 Uhr verlegt werden, da bereits am Vortag ab einer Höhe von 1400 m mehr als 20 cm Neuschnee gefallen waren und die Strecke erst noch präpariert werden musste.

In umgekehrter Reihenfolge der Gesamtwertung wurden die Fahrer zur Startaufstellung gerufen.

Tommy startete also 12:53:30 Uhr und Martin 12:56:00 Uhr.

Nach ca. 20 Minuten Fahrzeit hatte Martin bereits die 2,5 Minuten auf Tommy aufgeholt.

Dieser tut sich bei reinen Kletteretappen sehr schwer einen guten Rhythmus zu finden und war froh als „Verstärkung“ von hinten kam.

Von da an wechselten sich unsere beiden Fahrer in der Führung immer wieder ab und kämpften sich gegenseitig den Berg hinauf. 

Bei 9°C und Dauerregen im Tal sowie 0°C und Schnee oben auf der Schafalm machten Martin und Tommy das Beste aus den widrigen Bedingungen und beendeten das Bergzeitfahren als 54. Und 58.

 2.      Etappe Dachstein (50 Km/ 2200 Hm)

 Auch die 3. Etappe musste aufgrund der Wetterkapriolen verkürzt werden. 

Ab einer Höhe von 1450m gab es einfach kein Durchkommen durch den Schnee.

Ursprünglich waren 73 Km und 2800 Hm angesetzt.

Martin fand an diesem Tag sehr gut ins Rennen. Das lag sicher auch an den 400 Höhenmetern, die es gleich nach dem Start zu erklimmen galt. 

Tommy tat sich wieder etwas schwer, behielt Martin aber die ganze Zeit im Blick.

Als das Klettern vorbei war und die Strecke welliger und technischer wurde, gingen bei Tommy die Beine auf und er machte einige Positionen gut. 

Kurz nach der ersten Verpflegungszone war er wieder an Martin dran. 

Dies hielt bis zum zweiten langen Anstieg. Dort fuhr Martin ihm wieder bis an die Sichtgrenze davon.

Die letzten 15 Kilometer dieser Etappe waren die gleichen wie am ersten Tag.

Unsere beiden Fahrer kannten also die Strecke mit ihren Tücken und teilten sich die Kräfte passend dazu ein.

Am letzten Anstieg versuchte Tommy die wenigen Meter Rückstand auf Martin wieder zu zu fahren, um gemeinsam mit ihm über die Ziellinie fahren zu können.

Leider schaffte er dies bergauf nicht vollends und versuchte den Rückstand zumindest in der letzten Abfahrt, dem Ski-WM-Abfahrtshang in Schladming, einzuschmelzen.

Da Martin die 400 Tiefenmeter jedoch sehr gut hinunter kam, überquerte Tommy 48 Sekunden und 2 Positionen hinter Martin als 50. die Ziellinie.

An diesem Tag hatte das Wetter mitgespielt und es fiel unseren Fahrern deutlich leichter im alpinen Gelände.

 4. Etappe Hauser Kaibling (56 Km/ 2000 Hm)

Die vierte und letzte Etappe musste aufgrund des anhaltend starken Dauerregens gänzlich abgesagt werden.

Bei 90 Litern/ m2 ist es im alpinen Gelände einfach zu gefährlich.

Unsere Fahrer haben die Entscheidung der UCI begrüßt und sind froh die Alpentour Trophy gesund und munter überstanden zu haben.

 Jetzt heißt es gut zu regenerieren und den Formaufbau, durch die Vorbereitung auf das Etappenrennen und das Rennen selber, so gut wie nur möglich zu nutzen, schließlich stehen  an den kommenden Wochenenden schon die nächsten wichtigen Rennen für Martin und Tommy an.