Während der White Rock e.V. am vergangenen Wochenende sein Heimrennen im Singerschen Holz ausrichtete, entschied sich Pascal Söhner bewusst gegen einen Start in Weißenfels. Stattdessen stand für ihn die Gravelmania in der Lausitz auf dem Programm – ein dreitägiges Gravel-Etappenrennen, das als ideale Vorbereitung auf die bevorstehenden Saisonhöhepunkte, darunter die Deutsche Meisterschaft und die Europameisterschaft im Gravel, diente.
Gemeinsam mit Laura Schirling stellte er sich der Herausforderung in der Lausitz. Für Laura war es erst das zweite Rennen überhaupt – und dann gleich ein Etappenrennen über drei Tage.
Die Gravelmania führte die Teilnehmer durch die beeindruckenden Landschaften des ehemaligen Braunkohlereviers. Schnelle Schotterpassagen, anspruchsvolle Anstiege und technisch fordernde Abschnitte ohne Asphalt sorgten für abwechslungsreiche Rennen. Den Auftakt bildete am Freitag ein Prolog an der imposanten Förderbrücke F60. Anschließend folgten zwei lange Etappen, die den Fahrerinnen und Fahrern sowohl körperlich als auch fahrtechnisch alles abverlangten.
Pascal Söhner fährt aufs Gesamtpodium
Bereits im Prolog zeigte der White-Rock-Fahrer mit Platz 5 eine starke Leistung und brachte sich damit in eine gute Ausgangsposition für das Wochenende.
Am Samstag wartete die erste Etappe über 102 Kilometer und rund 400 Höhenmeter. Das Rennen entwickelte sich zu einem extrem schnellen Schlagabtausch, der mit einem beeindruckenden Durchschnitt von 36,7 km/h absolviert wurde. Söhner behauptete sich in der Spitzengruppe und verpasste mit Platz 4 das Podium nur knapp. Vor der entscheidenden Schlussetappe trennten ihn lediglich drei Sekunden vom dritten Platz der Gesamtwertung.

Die Finaletappe am Sonntag führte über 106 Kilometer und rund 850 Höhenmeter. Starker Regen verwandelte die Strecke in eine echte Schlammschlacht und verlangte den Fahrern technisch wie körperlich alles ab. Trotz der deutlich anspruchsvolleren Strecke lag die Durchschnittsgeschwindigkeit noch bei 32,4 km/h.
Söhner setzte sich früh gemeinsam mit zwei Konkurrenten an die Spitze des Rennens und kämpfte um den Tagessieg. Dann folgte der Schreckmoment: In einer schnellen Passage kam es zu einem heftigen Sturz. Dank seines Helms blieb er glücklicherweise unverletzt und konnte das Rennen fortsetzen. Nach dem Zeitverlust zeigte er große Moral, kämpfte sich nahezu wieder bis an die Spitzengruppe heran und verkürzte den Rückstand kontinuierlich. Am Ende wurde sein Einsatz mit Platz 3 auf der Schlussetappe belohnt.

Damit sicherte sich der White-Rock-Athlet auch Platz 3 in der Gesamtwertung der Pro-Klasse seines ersten Gravel-Etappenrennens. Auf den Gesamtsieg fehlten lediglich rund 30 Sekunden, während der Vorsprung auf Rang vier mehr als sieben Minuten betrug.
Die Entscheidung, zugunsten der Vorbereitung auf die kommenden Saisonhöhepunkte auf das Heimrennen zu verzichten und stattdessen die Gravelmania als intensive Wettkampfvorbereitung zu nutzen, zahlte sich damit voll aus. Über drei Renntage sammelte Söhner wertvolle Rennhärte gegen ein stark besetztes Fahrerfeld und setzte genau die langen Belastungsreize, die für die anstehenden Highlights entscheidend sein werden.
Laura Schirling meistert ihr erstes Etappenrennen
Auch für Laura Schirling war die Gravelmania ein ganz besonderes Wochenende. Erst im April bestritt Laura Schirling am Wörthersee ihr erstes Gravel-Rennen überhaupt. Nur wenige Monate später stellte sie sich bereits der nächsten großen Herausforderung – einem Etappenrennen über drei Tage.
Die Aufregung war entsprechend groß. Fragen wie „Was erwartet mich bei einem Etappenrennen?“ oder „Schaffe ich drei Tage am Stück diese Belastung?“ gingen ihr vor dem Start immer wieder durch den Kopf.

Nach dem Prolog am Freitag standen am Samstag 73 Kilometer mit rund 300 Höhenmetern auf dem Programm. Die abschließende Etappe am Sonntag führte schließlich über 80 Kilometer und rund 700 Höhenmeter.
Nach drei intensiven Renntagen fiel das Fazit entsprechend positiv aus: „Ich habe es geschafft!“ Nicht nur den ersten Prolog ihrer Karriere, sondern gleich drei Renntage mit vielen Kilometern in den Beinen, anspruchsvollen Gravel-Passagen, wechselnden Wetterbedingungen und zahlreichen Höhenmetern meisterte sie erfolgreich.
Als besondere Belohnung durfte sie sich am Ende sogar über den Gesamtsieg in der Altersklasse Age Group Frauen bis 39 Jahre freuen.
Mit einem Augenzwinkern ergänzt sie allerdings: „Dass ich die einzige Starterin in meiner Altersklasse war, bleibt mein kleines Geheimnis.“ 😄

Gelungene Vorbereitung auf die Saisonhöhepunkte
Für beide Athleten war die Gravelmania damit ein voller Erfolg. Während Pascal Söhner mit Platz 3 in der Gesamtwertung der Pro-Klasse seine starke Form unter Beweis stellte und wertvolle Wettkampfhärte für die Deutsche Meisterschaft und Europameisterschaft sammelte, meisterte Laura Schirling ihr erstes Etappenrennen mit Bravour und nahm zahlreiche neue Erfahrungen mit nach Hause.
Ein Wochenende voller Schotter, Schlamm, Regen, Höhenmeter und Emotionen – und ein weiterer Schritt in Richtung der kommenden Saisonhöhepunkte.
Bilder sind alle von Clara Haueis-Robinson.